Wissenschaftliches Netzwerk „Diskurse – digital: Theorien, Methoden, Fallstudien“

Gefördert durch die  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Zeitraum 09/2016-09/2019

Sprecherin: Dr. Eva Gredel (Universität Mannheim)

Zielsetzung des Netzwerks

Die Diskurslinguistik als relativ neue Teildisziplin der germanistischen Linguistik beschäftigt sich mit der Frage, wie soziale Wirklichkeiten in transtextuell organisierten Einheiten konstruiert werden. Bisher finden dabei noch kaum Texte aus digitalen Medien (z.B. aus Facebook, Twitter, Wikipedia) Berücksichtigung. Das geplante Netzwerk vereint WissenschaftlerInnen, die in ihren Projekten an der Analyse digitaler Diskurse arbeiten und dabei digitale Methoden der Korpuslinguistik bzw. Digital Methods nutzen. Ziel des Netzwerks ist es, das Programm und das Methodeninventar der Diskurslinguistik in zwei Richtungen zu erweitern: Zum einen sollen die spezifischen Beschreibungskategorien und Analysewerkzeuge für Diskurse in digitalen Medien (u.a. Links, Hashtags) systematisiert werden. Zum anderen sollen Methoden und Instrumente der Korpuslinguistik und Digital Methods im Hinblick auf die Anforderungen der Diskurslinguistik evaluiert und ausgebaut werden. Dies soll durch Fallstudien, die aus laufenden Projekten der Mitglieder gespeist werden und die durch den Bezug auf gemeinsame Fragestellungen und Schwerpunkte der Arbeitstreffen aufeinander bezogen sind, geleistet werden. Die Ergebnisse werden mit einschlägigen Experten und Kooperationspartnern diskutiert, um digitale Sprachressourcen mit Blick auf die Analyse von digitalen Diskursen bzw. digitalen Analysen von Diskursen auszubauen.

Aus dieser Zielsetzung resultieren methodische und theoretische Aufgaben, Chancen und Hürden, die mit speziellen Tools und Ressourcen zu lösen sind. Im wissenschaftlichen Netzwerk „Diskurse – digital: Theorien, Methoden Fallstudien“, das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, werden sich die Beteiligten (Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Projekten) mit einer Reihe relevanter Themen im Rahmen von Arbeitstreffen beschäftigen. Die Ergebnisse werden in Publikationen einfließen.

Aktuelles

  • Prof. Dr. Konstanze Marx (Mannheim) wurde für ihre Arbeit zu Cyberlinguistik und Cybermobbing am 22.06.2017 mit dem „25 Frauen Award“ ausgezeichnet. Das Online-Magazin EDITION F und die Kooperationspartner Handelsblatt, ZEIT Online und Gründerszene würdigten mit dem Preis 25 Wissenschaftlerinnen, Entwicklerinnen und Künstlerinnen, die mit ihren Erfindungen und Ideen entscheidend dazu beitragen, die Gesellschaft und den Planeten zum Positiven zu verändern.

  • Dr. Tanja Škerlavaj (Ljubljana) hat ein Just'us-Stipendium der Justus-Liebig-Universität Gießen erhalten. Das Postdoktorandenprogramm Just'us unterstützt qualifizierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler bei der frühzeitigen Entwicklung ihrer wissenschaftlichen Eigenständigkeit und hilft ihnen bei der Vorbereitung eigener Forschungsprojekte. Die Laufzeit der Förderung beträgt zwei Jahre (2017-2019). 

  • Das 2. Arbeitstreffen des Netzwerks fand vom Mittwoch, 14.06.2017 bis Freitag, 16.06.2017 an der Universität Zürich zum Thema Visualisierung digitaler (Sprach-)Daten statt. Gastgeber war Dr. Noah Bubenhofer. Als Gastreferenten konnte das Netzwerk Mark Lauersdorf, Sophie Mützel und Klaus Rothenhäusler gewinnen.

  • Dr. Eva Gredel (Mannheim) hat ein Margarete von Wrangell-Fellowship erhalten. Die Forscherin bekommt Fördermittel vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium für ihr Habilitationsprojekt zu Sprache und kommunikativen Praktiken im digitalen Zeitalter. Diese untersucht sie anhand der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Die Laufzeit der Förderung beträgt fünf Jahre (2017-2022).

  • Prof. Dr. Thomas Gloning (Gießen) hat bei der bei der DGPuK-Tagung unter dem Titel „Sprache, Wissen, Medien. Mediendiskurse und Wissensdiskurse im digitalen Wandel“  am KIT in Karlsruhe im Februar 2017 ein Panel organisiert und durchgeführt. Der Titel des Panels lautete „Wissensorganisation und Interaktion in digitalen Formaten. Linguistische und texttechnologische Analysen zu Blogs, Foren und verwandten Interaktionsumgebungen“. Link: sprache-wissen-medien.de/tagungsprogramm/. Prof. Gloning hat in diesem Panel zu folgendem Thema vorgetragen: „Die Foren-Interaktion zu einer TV-Kritik auf FAZ-Online. Einbettung, Fallstudie, Perspektiven“.

  • Die Eröffnungstagung zum Netzwerk fand am 15.11.2016 und 16.11.2016 in Mannheim statt.

  • Am 28.09.2016 haben Dr. Eva Gredel und Dr. Ruth Mell im Rahmen des Germanistentags 2016 das Panel „Erzählen in digitalen Diskursen: Die narrative Dimension der Neuen Medien“ an der Universität Bayreuth organisiert.

  • Wir gratulieren dem Netzwerk-Mitglied Dr.Tanja Škerlavaj (Univerza v Ljubljani) zum Jacob- und Wilhelm-Grimm-Förderpreis 2016, der ihr am 27.09.2016 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst verliehen wurde. Auszug aus der Laudatio:
    Die slowenische Sprachwissenschaftlerin Dr.Tanja Škerlavaj ist durch ihre Forschungen zur deutschen Semantik, Textlinguistik und Stilistik hervorgetreten. In ihrer Dissertation setzt sich Dr. Tanja Škerlavaj mit dem zeichenhaften Phänomen der Mehrdeutigkeit in Werbetexten auseinander. Als Doktorandin war sie DAAD-Stipendiatin in Leipzig und ist, auch durch ihre Beteiligung am Projekt „Bologna-Reform als kulturelle und gesellschaftliche Herausforderung“ im Rahmen einer Germanistischen Institutspartnerschaft, als Nachwuchswissenschaftlerin international vernetzt.

Gefördert durch die  Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)